Rückblicke

Hinweis: Alle unsere bisherigen Veranstaltungsflyer haben wir hier für Sie hinterlegt.


Wie viele andere Vereine auch, stehen wir in diesen Zeiten vor besonderen Herausforderungen. Zentrale Aufgabe unseres Vereins ist es, mit Kultur- und Bildungsangeboten zur Wissensvermittlung rund um Themen zu jüdischer Geschichte und Kultur beizutragen. Dies kann und darf in diesen Zeiten nur in einem sehr verantwortungsvollen und oft sehr kurzfristig an die jeweiligen Bestimmungen, vor allem aber an die jeweilige konkrete Situation vor Ort angepassten Rahmen geschehen. Große Räumlichkeiten, ausreichend Abstände, ausgeweitete Hygienemaßnahmen, aber auch spezielle Absprachen mit allen Beteiligten sind selbstverständlich, aber auch mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden. Über den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen ist es möglich, hier zumindest eine Ausfallabsicherung und Wirtschaftlichkeitshilfen zu beantragen. Es hilft uns, einen Teil der Defizite, die wir nicht aus eigenen Mitteln in Form Ihrer Mitgliedsbeiträge decken können, abzufedern. Wir hoffen sehr darauf, Ihnen auch im kommenden Jahr viele Veranstaltungen in einem möglichst sicheren und für alle Beteiligten angenehmen Rahmen anbieten zu können.


Unter dem Titel Nürnbergs vergessene Opfer: Stolpersteine gegen Rassenwahn fand am 16. November 2021 im Karl-Bröger-Zentrum unsere vorerst letzte Präsenzveranstaltung in diesem  Jahr statt. 

Dr. Pascal Metzger, der bei uns als Referent zu Gast war, ist Historiker und arbeitet als Archivar im Stadtarchiv. Zudem ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Geschichte Für Alle e.V. – Institut für Regionalgeschichte und dabei unter anderem verantwortlich für die historisch-politische Bildungsarbeit des Instituts im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und im Memorium Nürnberger Prozesse. Er ist aber auch lokaler Ansprechpartner des Bildhauers Gunter Demnig für die Verlegung von Stolpersteinen in Nürnberg. In seinem Vortrag ging es um die Funktion der Stolpersteine für die städtische Erinnerungskultur, aber auch um ganz konkrete Lebensgeschichten und Schicksale, die sich hinter den Stolpersteinen verbergen.

In Nürnberg wurden seit dem Jahr 2004 insgesamt 129 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht erinnern diese nicht nur an ermordete Juden, sondern auch an Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Neigung oder körperlicher Einschränkungen der staatlichen Verfolgung ausgesetzt waren. Frei von jeglichem Pathos erlauben Stolpersteine individuelles Gedenken am letzten freigewählten Wohnort einer Person. Nachfahren sehen Stolpersteine oft als Grabsteine an, die ihre Vorfahren nie erhalten haben. Als Gegenstück zu versteckten Museen und abgegrenzten Gedenkarealen sprechen die Stolpersteine zu jedem, der sie wahrnimmt, ganz einfache Worte: Die Verfolgung begann hier, jeder konnte es wissen.

Fotos: © Forum für jüdische Geschichte und Kultur e.V.


Nach fast zwei Jahren konnten wir endlich wieder ein Live-Konzert umsetzen. Das Konzert mit dem israelisch-iranischen Ensemble SISTANAGILA aus Berlin lockte am 21. Oktober 2021 zahlreiche Musikbegeisterte in die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg, in deren Saal wir zum wiederholten Male zu Gast sein durften. Das Ensemble verzauberte uns mit folkloristischen Melodien aus dem Klezmer, sephardischer Musik, aber auch traditionell persischen Liedern, ergänzt durch eigene Kompositionen. Kunstvoll arrangiert und gefühlvoll interpretiert durften wir einen wunderschönen musikalischen Abend miteinander erleben - in coronabedingt noch etwas bescheidenerem Rahmen als gewohnt, aber dafür nach langer Zeit wieder live und ganz unmittelbar.

Fotos: © Forum für jüdische Geschichte und Kultur e.V.

www.sistanagila.de


Am 11. Oktober 2021 war es endlich so weit: unsere erste Vortragsveranstaltung nach fast 20 Monaten Pause in diesem Veranstaltungsbereich fand im Karl-Bröger-Zentrum statt - mit viel Abstand, aber hervorragend besucht.

Zu Gast war Dr. Benjamin Kuntz, Gesundheitswissenschaftler und Medizinhistoriker aus Berlin, der am Robert-Koch-Institut und der Charité forscht. Er stellte uns seine 2020 bei Hentrich & Hentrich in der Buchreihe  „Jüdische Miniaturen“ erschienene Biografie über Lucie Adelsberger (1895-1971) vor. Sie war eine aus Nürnberg stammende Ärztin und Wissenschaftlerin, die in den 1920er und 30er Jahren zu einer Pionierin auf dem Gebiet der Allergieforschung avancierte. In Berlin betrieb sie eine eigene Praxis, arbeitete am Robert Koch-Institut und engagierte sich für die Gleichstellung der Frau in Medizin und Gesellschaft. Vortrag und Ausschnitte aus dem Buch schilderten die bewegende Lebensgeschichte einer emanzipierten und engagierten Jüdin, die als Auschwitzüberlebende ihre KZ-Erinnerungen niederschrieb – „als eine Lehre und eine Aufgabe für kommende Geschlechter“.

In einem kurzen Video des Projektes Denk Mal Am Ort (DMAO) können Sie einen Einblick in die Lebensgeschichte von Lucie Adelsberger erhalten: https://www.youtube.com/watch?v=KSakBWmawWA

 


Mit der Musik der Sepharden und Ashkenazen verzauberte uns das Ensemble Asamblea Mediterranea am 26. Oktober 2019 mit einem musikalischen Dialog zwischen der Kultur der Sepharden und Ashkenazen. Bei freiem Eintritt im großen Saal der Istraelitischen Kultusgemeinde Nürnberg genossen etwa 200 Gäste poetische Balladen, Liebeslieder und Festtagsgesänge voller märchenhafter Lebensfreuden und sehnsuchtsvoller Wehmut.

Fotos: © Helmut Steinke   http://www.asamblea-mediterranea.de/



Meditation im Judentum? Am 9. Juli 2019 ging der Münchener Rabbiner Dr. Tom Kučera in seinem Vortrag dieser Frage nach. Auf sehr unterhaltsame Weise interpretierte er die schriftlichen jüdischen Quellen, die bis ins dritte Jahrhundert n.d.Z. zurückgehen, sowie auch die Ergebnisse der aktuellen Hirnforschung - ein weiter Bogen, der die Frage eindeutig bejahte.


Um die Jenseitsvorstellungen in den abrahamitischen Religionen ging es bei unserer Veranstaltung am 11. April 2019 mit unseren Referenten Pfarrer Dieter Krabbe (Evangelisch-reformierte Gemeinde Nürnberg), Ali-Nihat Koç (Begegnungsstube Medina e.V.) sowie Rabbiner Dr. Elijahu Tarantul (Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg). Und zum Schluss gab der Nürnberger Bariton Denis Milo noch ein Ständchen.                          Fotos: © Helmut Steinke


Am 28. März hat uns Rabbiner Steven E. Langnas mit viel jüdischem Humor als Geheimnis des Überlebens unterhalten. Vor überfülltem Saal im CPH konnten wir seinen überaus temperamentvollen Vortrag genießen. Gerne wieder!                                                                          Fotos: © Helmut Steinke


Foto: © Helmut Steinke
Foto: © Helmut Steinke

Jürgen Fischer, schon 1999 Gründungsmitglied des Forums und seitdem höchst aktiver Vorstand, verabschiedete sich bei unserer Mitgliederver-sammlung mit einem unterhaltsamen Rückblick auf die ersten 20 Jahre unseres Forums.

 

Der gesamte Vorstand dankt ihm von Herzen für seine Beiträge und seinen unermüdlichen Einsatz.  


Bei unserer zweiten Veranstaltung 2019, zusammen mit Ceclam e.V. und Conoris e.V.  präsentierte das Ensemble Wildwuchs uns die Musik der Sepharden, kunstvoll und unterhaltsam. Zusätzlich hörten wir einige Gedichte von Juan Gelman, jeweils auf Ladino, Deutsch und Spanisch. Hier sehen Sie einige Bilder von dieser sehr gut besuchten Veranstaltung (alle Fotos © Helmut Steinke).             http://wildwuchs.de/


Am 9. Dezember 2018 haben wir mit über 100 Gästen im Literaturhaus ausgelassen Chanukka gefeiert. Mit der Musik der Gruppe PASSAGE, einem leckerem Buffet, Tanz und dem traditionellen Dreidel-Spiel haben wir den letzten Abend des Lichterfestes genossen.  Hier finden Sie ein paar Schnappschüsse von diesem fröhlichen Fest (alle Fotos © Helmut Steinke).


Am 04.09.2018 referierte bei uns der Heidelberger Prof. Dr. Frederek Musall über die Geschichte und Gegenwart der jüdisch-muslimischen Beziehungen. Hier finden Sie ein paar Schnappschüsse aus dieser dieser überaus gut besuchten Veranstaltung mit hochaktuellem Thema.


Hier finden Sie ein paar Schnappschüsse von unserer Veranstaltung am 05. Mai 2018. Es war ein zauberhaftes Konzert Yiddish-Latino mit der Global Shtetl Band.                http://www.globalshtetlband.com/


Und hier sind ein paar Schnappschüsse von unserer Veranstaltung am 19. April 2018 über Speisevorschriften und -traditionen


Unter Pressestimmen finden Sie einen Bericht über unsere sehr gut besuchte Führung durch das ehem. Kaufhaus Schocken am 20.03.2018